EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Villingen (Schwarzwald) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Die 13,87 Kilometer lange Teilstrecke der „Schwarzwaldbahn“ zwischen Villingen und Donaueschingen wurde von der Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) am 16. August 1869 in Betrieb genommen. In Richtung Offenburg verzögerten sich die Trassenarbeiten durch den Preußisch-Österreichischen Krieg in Dänemark, sodass der Güterverkehr erst am 1. November 1873 und der Personenverkehr am 10. November 1873 bis Offenburg in Betrieb genommen werden konnte. Die 149,14 Kilometer lange Gesamtstrecke von Offenburg nach Singen (Hohentwiel) wurde am 19. November 1873 eröffnet. Am 26. August 1869 wurde die 26,79 Kilometer lange, eingleisige „Obere Neckartalbahn“ zwischen dem württembergischen Rottweil und dem badischen Villingen von der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen (K.W.St.E.) eröffnet (siehe Planung und Konzession). Damit wurde der Bahnhof zum Grenzbahnhof mit einem kompletten württembergischen Bahnhofsteil und eigenem „Verwaltungsgebäude“, das sich nördlich des heutigen Stationsgebäudes befand.

Das Empfangsgebäude Villingen (Schwarzwald)

Das provisorische, einstöckige Stationsgebäude auf H-förmigem Grundriss von 1869 bestand aus zwei giebelständigen Eckbauten, die von einem traufenständigen, langen Gebäudeteil verbunden waren. In der Mitte des Verbindungsbaus befand sich der für die BadStB typische Uhrenturm mit badischer und württembergischer Zeit. Das Gebäude besaß Rechteckfenster und Türen. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1882 montierte die BadStB Uhren auf den Bahnsteigen. 1883 erweiterte die BadStB die Bekohlungsanlagen des Bahnbetriebswerks. 1888 wurde der Rohbau des neuen Empfangsgebäudes sowie diverse andere Bauten fertiggestellt worden. Das zweite Empfangsgebäude Das symmetrische, im Stil des Klassizismus hergestellte Stationsgebäude in Seitenlage wurde 1890 in Betrieb genommen. Das mehrgliedrige Gebäude besaß zwei Kopfbauten, die von einem traufenständigen, einstöckigen Gebäudeteil mit Satteldach verbunden waren. In der Mitte des Verbindungsbaus befand sich ein einstöckiges Eingangsgebäude mit Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss), dass jeweils an Orts- und Gleisseite über einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit Eingangsportal verfügte. Der mit Schmuckelementen verzierte Giebel besaß eine Bahnhofsuhr. Die beiden zweistöckigen Eckbauten verfügten über ein flaches Walmdach. Das Erdgeschoss besaß hohe Rundbogenfenster und Türen, die Eckbauten im Obergeschoss hatten Rechteckfenster. Gurtgesimse (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) gliederten optisch die Stockwerke. Im Eingangsgebäude gab es eine Schalterhalle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Warteräume für die unterschiedlichen Wagenklassen, ein Bahnhofsrestaurant und weitere Diensträume. In den Obergeschossen der Eckbauten waren Dienstwohnungen entstanden, im Erdgeschoss befanden sich weitere Diensträume. Der Güterschuppen wurde von beiden Bahngesellschaften genutzt. Am westlichen Bahnsteigende entstand eine Lokstation mit hölzerner Halle aus der später eine Hauptwerkstatt des Bahnbetriebswerks hervorging. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1899 erweiterte die BadStB die Gleisanlagen. 1901 vergrößerte die BadStB das Bahnbetriebswerk. 1905 wurde der württembergische Bahnhofsteil geschlossen. 1907 nahm die BadStB die Bahnsteighalle in Betrieb. Bis 1905 gab es im württembergischen Bahnhofsteil ein Stations-, ein Dienstgebäude, eine Güterabfertigung einen Lokschuppen und Wohngebäude für die Eisenbahner. Im April 1920 wurden die Länderbahnen verstaatlicht in gingen in der Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) auf. Mit der Gebietsreform 1972 vereinigten sich die Städte Schwenningen und Villingen zu einer Kreisstadt Villingen-Schwenningen mit damals 79.000 Einwohnern. Zwischen Offenburg und Villingen am 28. November 1975 und nach Konstanz 1977 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen. Am 1. Oktober 1977 löste die Deutsche Bundesbahn DB das Bahnbetriebswerk auf. Das Eingangsgebäude wurde mehrmals verändert, zuletzt 1999. Am 25.August 2021 wurden die Modernisierungsarbeiten im Bahnhof abgeschlossen. Was hat sich verändert, was ist geblieben Die Bahnhochbauten sind weitgehend in ihrem Urzustand erhalten und stehen als „Sachgesamtheit“ unter Denkmalschutz.
Schwarzwaldbahn (Baden) Offenburg Singen (Hohentwiel) Rottweil - Villingen (Schwarzwald) Rottweil Villingen Planung und Konzession 704,0
Bilder Villingen
Bahnhof um 1870
Luftaufnahme
Bahnhof von 1890
Bahnhof um 1870 Bahnhof von 1890

Bahnstation Villingen (Schwarzwald)